Automotive Technician App

Von der papierlosen Werkstatt
zur vernetzten Dienstleistungsabwicklung

  • Autor: Matthias Kolb

  • 22.10.2026
  • Automotive & Heavy Equipment

Wie das Arbeiten mit Tablets und vernetzte Genehmigungsprozesse Technikern, Serviceberatern und Kunden dabei helfen, von einem technischen Befund zu einer genehmigten Reparatur zu gelangen.

Ein Techniker stellt bei einer Routinewartung weitere Schäden fest. Der Befund muss dokumentiert werden, der Serviceberater muss den Reparaturumfang einschätzen und die Kosten berechnen, und der Kunde muss entscheiden, ob er die zusätzlichen Arbeiten genehmigt.

Dann muss die Entscheidung an den Techniker weitergeleitet werden.

Ein Technician App kann dabei helfen, diese Schritte miteinander zu verknüpfen. Doch der Ersatz einer gedruckten Arbeitskarte durch einen Bildschirm ist nur der Anfang. Der eigentliche Mehrwert entsteht erst dann, wenn die am Fahrzeug erfassten Informationen Teil desselben Prozesses werden, der zur Beurteilung, Genehmigung und Durchführung der Arbeiten dient.

Was ist eine Automotive Technician App?

Eine Automotive Technician App bietet Werkstattmitarbeitern eine digitale Schnittstelle für ihre tägliche Servicetätigkeit. Sie wird auf einem Tablet genutzt und stellt Arbeitsinformationen und Dokumentationen direkt am Fahrzeug bereit.

Je nach Lösung und Konfiguration gehören zu den wichtigsten Funktionen:

  • Digitale Auftragsinformationen: Greifen Sie auf Arbeitsanweisungen, Arbeitsposten und relevante Teileinformationen zu.

  • Fahrzeugdaten: Überprüfen Sie die Wartungshistorie, den Kilometerstand, Rückrufaktionen, Garantieinformationen und Wartungsintervalle.

  • Reparaturdokumentation: Halten Sie die Befunde in Form von Notizen, Fotos, Video- oder Audioaufnahmen fest.

  • Prozesskommunikation: Teilen Sie die Ergebnisse dem Serviceberater mit und erhalten Sie Informationen über genehmigte Zusatzarbeiten.

In der VSS Technician App stehen in der Auftragsdetailansicht Fahrzeug- und Auftragsinformationen zur Verfügung, während Benachrichtigungen mit Anhängen versehen werden können, um Belege im Zusammenhang mit dem Auftrag zu verknüpfen.

Der Mehrwert liegt in der Verknüpfung dieser Funktionen. Der Zugriff auf einen Auftrag ist nützlich; erst die Einordnung der Ergebnisse und der nächsten Schritte in den jeweiligen Kontext trägt dazu bei, den Serviceprozess voranzubringen.

Warum ein Tablet mehr als nur Papier ersetzen sollte

Bei papierbasierten Arbeitsabläufen ist der Ort, an dem Informationen erfasst werden, vom Ort ihrer Verarbeitung getrennt. Ein Techniker notiert möglicherweise einen Befund direkt am Fahrzeug, bringt die Notiz zum Service-Schalter und erläutert den Sachverhalt dort erneut. Der Serviceberater muss dann die für ein Kundenangebot erforderlichen Informationen zusammenstellen.

Ein Tablet ermöglicht die digitale Dokumentation direkt am Einsatzort. Techniker können den entsprechenden Auftrag öffnen, die Fahrzeugdaten einsehen und Belege erfassen, ohne zuvor eine Papierdokumentation anlegen zu müssen.

Verschiedene Arten der Dokumentation dienen unterschiedlichen Zwecken:

  • Die Fotos zeigen den Ort und das Ausmaß der Schäden.

  • Ein Video kann eine Bewegung oder einen sichtbaren Mangel veranschaulichen.

  • Audioaufnahmen und Notizen ergänzen die Erläuterungen des Technikers und liefern relevante Hintergrundinformationen.

Eine digitale Dokumentation allein reicht jedoch nicht aus. Wenn diese Dateien in einer separaten Anwendung verbleiben, muss sie dennoch jemand wieder mit dem Serviceauftrag und der Kundenkorrespondenz verknüpfen.

Ein papierloser Workshop sollte Informationslücken beseitigen – und nicht lediglich das Format der Arbeitskarte ändern.

Vom technischen Befund bis zur genehmigten Reparatur

Zusätzliche Aufgaben dienen als praktischer Test dafür, wie gut sich eine Automotive Technician App in den Serviceprozess einfügt.

Der Arbeitsablauf muss die technische Begutachtung, die wirtschaftliche Bewertung, die Genehmigung durch den Kunden und die Durchführung in der Werkstatt miteinander verknüpfen. Zudem sollte dabei die Unterscheidung zwischen der Feststellung eines Problems und der Erteilung der Genehmigung zu dessen Behebung gewahrt bleiben.

Ein vernetzter Prozess kann vier wesentliche Phasen durchlaufen.

1. Dokumentieren Sie den Befund

Der Techniker stellt Schäden oder einen Wartungsbedarf fest, die über den ursprünglichen Arbeitsumfang hinausgehen, und vermerkt dies im Zusammenhang mit dem entsprechenden Auftrag.

Fotos, Videos oder Erläuterungen liefern ergänzende Informationen. Der Befund wird anschließend über den konfigurierten Kommunikationsprozess an den zuständigen Servicemitarbeiter weitergeleitet.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat der Techniker lediglich einen Bedarf für eine Begutachtung festgestellt – nicht jedoch die Erlaubnis, zusätzliche kostenpflichtige Arbeiten durchzuführen.

2. Bewerten Sie die Reparatur und erstellen Sie den Kostenvoranschlag

Der Serviceberater prüft die Unterlagen, bewertet die vorgeschlagene Reparatur und erstellt den Kostenvoranschlag.

Technische Befunde und die kaufmännische Bewertung sind zwar miteinander verbunden, doch unterscheiden sich die jeweiligen Zuständigkeiten. Der Techniker erläutert, was festgestellt wurde; der Serviceberater wandelt diese Informationen in ein für den Kunden verständliches Angebot um.

Der Vorschlag sollte die empfohlenen Maßnahmen, deren Kosten sowie etwaige Auswirkungen auf den Besuch darlegen.

3. Geben Sie dem Kunden eine klare Entscheidungsgrundlage

Der Kunde erhält den Vorschlag zur Auftragsverlängerung zusammen mit der entsprechenden Erläuterung und den begleitenden Informationen.

Die Mitteilung sollte drei Fragen beantworten:

  • Was wurde entdeckt?
  • Welche Reparatur wird empfohlen?
  • Wie viel werden die zusätzlichen Arbeiten kosten?

Dadurch entsteht ein aussagekräftigerer Genehmigungsantrag als bei einem unerklärten Betrag oder einer technischen Beschreibung ohne Kontext. Der Kunde kann auf der Grundlage des dokumentierten Befunds und der Empfehlung des Beraters eine Entscheidung treffen.

4. Leiten Sie die Entscheidung an den Techniker weiter

Die Genehmigung darf nicht im Posteingang verbleiben, während der Workshop auf eine Aktualisierung wartet.

Sobald der Kunde die Auftragsverlängerung genehmigt, informiert der konfigurierte Workflow den Techniker darüber, dass die zusätzlichen Arbeiten genehmigt wurden. Die Entscheidung wird im Rahmen des entsprechenden Auftrags zurückgemeldet.

Damit ist der Prozess abgeschlossen: Aus einer Feststellung wird ein Vorschlag, über den Vorschlag wird entschieden, und der Arbeitskreis erhält die für sein Handeln erforderlichen Informationen.

Der Rückweg zum Techniker ist ebenso wichtig wie die an den Kunden gesendete Genehmigungsanfrage.

Welche Vorteile Autohäuser aus einem vernetzten Arbeitsablauf ziehen

Das Ziel besteht nicht darin, jedes Gespräch zu automatisieren. Vielmehr geht es darum, jeder Person die Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie für den nächsten Schritt benötigt.

Ein vernetzter Arbeitsablauf kann Folgendes unterstützen:

  • Weniger manueller Aufwand: Die Mitarbeiter müssen weniger Zeit darauf verwenden, Unterlagen zu suchen, Erklärungen zu wiederholen oder zu prüfen, ob eine Genehmigung vorliegt.

  • Klarere Entscheidungen für Ihre Kunden: Befunde, Begleitunterlagen und Kostenvoranschläge bilden einen schlüssigen Reparaturvorschlag.

  • Bessere Informationskontinuität: Der technische Befund, die Kundenentscheidung und die genehmigten Arbeiten bleiben mit dem Servicekontext verknüpft.

  • Relevante Möglichkeiten im Kundendienst: Zusätzliche Reparaturen werden als dokumentierte Empfehlungen vorgelegt, wobei vor der Durchführung die ausdrückliche Zustimmung des Kunden eingeholt wird.

Dieser Ansatz schafft zudem eine praktische Grundlage für Upselling. Die Verkaufschance ergibt sich aus einem festgestellten Servicebedarf und nicht aus einer Verkaufsbotschaft, die keinen Bezug zum Zustand des Fahrzeugs hat.

Wie proaxia VSS die Werkstatt mit dem gesamten Dienstleistungsprozess verbindet

Die proaxia VSS Technician App bietet diese digitale Arbeitsumgebung innerhalb von proaxia VSS – einer End-to-End-Plattform für das Händlergeschäft.

Es handelt sich um eine webbasierte Anwendung, auf die über das SAP Fiori Launchpad zugegriffen wird. Sie ist für die Nutzung auf Tablets konzipiert und steht auch auf einem PC zur Verfügung. Mithilfe der Auftragssuche und der Detailansichten können Techniker die entsprechenden Aufträge finden und auf die für deren Ausführung erforderlichen Informationen zugreifen.

Durch die Anbindung der App an das VSS Communication Framework können Befunde, Benachrichtigungen und Genehmigungsanfragen in einen konfigurierten Geschäftsablauf integriert werden. Empfänger, Kanäle und Prozessschritte können entsprechend den Anforderungen des Autohauses festgelegt werden.

Im Falle einer Auftragsverlängerung bedeutet dies, den Befund des Technikers mit der Einschätzung des Serviceberaters, der Entscheidung des Kunden und der Rückmeldung an den Techniker zu verknüpfen.

Entscheidend ist, dass die Technician App nicht als isolierte Werkstattanwendung positioniert ist, die lediglich ausgewählte Informationen an das Händlermanagementsystem weiterleitet. Sie ist vielmehr die Arbeitsoberfläche des Technikers innerhalb des übergeordneten VSS-Serviceprozesses.

Der Service Desk, der Serviceberater, der Werkstattleiter, das Ersatzteilteam und der Techniker haben unterschiedliche Aufgabenbereiche. Der Kunde interagiert über kundenorientierte Kontaktpunkte wie das Kundenportal. Jede Rolle benötigt eine entsprechende Ansicht, doch der zugrunde liegende Serviceprozess muss durchgängig bleiben.

Dies gewinnt besonders dann an Bedeutung, wenn sich der ursprüngliche Plan ändert. Zusätzliche Schäden oder eine genehmigte Auftragsverlängerung sollten die Mitarbeiter nicht dazu zwingen, wieder auf einen parallelen Prozess aus handschriftlichen Notizen und unzusammenhängenden Mitteilungen zurückzugreifen.

Ein Tablet ist das Arbeitsgerät. Die durchgängige Plattform ist das, was die Arbeitsabläufe miteinander verbindet.

Worauf Sie bei der Auswahl einer Automotive Technician App achten sollten

Anstatt einzelne Bildschirme zu bewerten, sollten Sie während einer Vorführung einem vollständigen Workshop-Szenario folgen.

Fragen Sie, ob die Lösung folgende Funktionen bietet:

  • Erfassen Sie eine Erkenntnis und die dazugehörigen Belege direkt im Zusammenhang mit der jeweiligen Arbeit.
  • Unterstützen Sie den Bewertungs- und Genehmigungsprozess des Serviceberaters, ohne den Fall neu zu erstellen.
  • Leiten Sie die Entscheidung des Kunden innerhalb desselben Service-Workflows an den Techniker weiter.

Prüfen Sie anschließend, wie sich die App in die übergeordnete Geschäftsplattform des Autohauses einfügt. Die entscheidende Frage ist nicht lediglich, ob ein Informationsaustausch mit dem DMS möglich ist, sondern ob Techniker und Servicemitarbeiter die Arbeit ohne lückenhafte Übergaben vorantreiben können.

Machen Sie den nächsten Schritt

Zeigt Ihre Werkstatt lediglich Aufträge auf einem Tablet an – oder verknüpft sie alle Erkenntnisse, Entscheidungen und Maßnahmen miteinander?

Erfahren Sie, wie die proaxia VSS Technician App vereint tabletgestütztes Arbeiten, dokumentierte Befunde und vernetzte Kundenfreigaben in einem durchgängigen Serviceprozess.

Vom ersten Befund bis zur genehmigten Reparatur: Die Werkstattabwicklung als integraler Bestandteil der proaxia VSS End-to-End-Händlerplattform.

Ihr Experte

Matthias Kolb
Senior Consultant, proaxia consulting group

Matthias Kolb ist eine treibende Kraft im Bereich der Digitalisierung der Automobilbranche und verwandelt komplexe Prozesse in optimierte, kundenorientierte Lösungen. Mit seiner fundierten Branchenexpertise arbeitet er eng mit Unternehmen der Automobilbranche zusammen, um Effizienzsteigerungen zu erzielen und den Wandel zu beschleunigen – und schlägt dabei eine Brücke zwischen Technologie und der Praxis.

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